Bürgerschaftliche Initiativen trotzen der Coronakrise und stärken die deutsch-französische Freundschaft

13.01.2021

PRESSEMITTEILUNG, 13. Januar 2021 - Berlin / Paris

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Am 22. Januar begehen Bürger*innen hier- wie dortzulande den Deutsch-Französischen Tag: Gelegenheit, die Freundschaft der beiden Länder zu feiern – oder zu entdecken. Der Deutsch-Französische Bürgerfonds fördert aus diesem Anlass 50 Aktionen in beiden Ländern.

Ziel des Bürgerfonds ist es, die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich auf zivilgesellschaftlicher Ebene zu stärken. Gegründet wurde er im April 2020 als Leucht-turmprojekt des Vertrags von Aachen. Seit seinem Start und bis Ende 2020 unterstützte er bereits über 100 Projekte.

Der Deutsch-Französische Tag

Der Deutsch-Französische Tag macht auf die einzigartige Freundschaft der beiden Länder aufmerksam und findet jedes Jahr am 22. Januar statt. Für 2021 veröffentlichte der Bürgerfonds einen Projektaufruf, der sich erstmals an die breite Zivilgesellschaft richtet. Unterstützt vom Bürgerfonds haben Engagierte in Deutschland und Frankreich 50 Aktionen geplant:

  • In der Grenzregion entwerfen Bürger*innen Zukunftsvisionen für das Zusammenle-ben am Oberrhein und Feuerwehren aus Mosel, Saarland und Rheinland-Pfalz diskutieren über Geschlechtergerechtigkeit und Freiwilligenmanagement.
  • Auch die Städtepartnerschaften sind aktiv: Oldenburgs Freundschaft zu Blain erstrahlt mittels Lichtprojektionen an öffentlichen Gebäuden; Essen und Grenoble organisieren eine musikalische Schnitzeljagd; und Pirmasens und Poissy ein Videoprojekt.
  • Bei deutsch-französischen Online-Diskussionen geht es etwa um die Energiewende oder um den Erfahrungsaustausch zur beruflichen (Wieder-)Eingliederung von Frauen in prekären Situationen oder von Geflüchteten.
  • Und natürlich finden zahlreiche Kulturprojekte statt: etwa ein Tanz- und Theater-workshop, partizipative Videos und Wohnzimmerkonzerte oder ein Live-Stream zu deutsch-französischen Pop-Duetten.

Für Interviewanfragen oder mehr Informationen zu geförderten Projekten wenden Sie sich gerne an: Johanna Haag | +33 6 24 21 58 61 | haag@buergerfonds.eu


Der 22. Januar ist ein ganz besonderes Datum in der Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen:

  • Am 22. Januar 1963 unterzeichnen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag – die Geburtsurkunde des Deutsch-Französischen Jugendwerks.
  • 40 Jahre später, 2003, rufen Gerhard Schröder und Jacques Chirac den ersten Deutsch-Französischen Tag ins Leben. Er soll insbesondere junge Menschen zum Lernen der Partnersprache motivieren und über Austauschmöglichkeiten informieren.
  • Am 22. Januar 2019 bekräftigen Angela Merkel und Emmanuel Macron mit dem Ver-trag von Aachen die enge Zusammenarbeit beider Länder und beschließen u. a. die Gründung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
     

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen.

Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und wird zu gleichen Teilen von der Bundesregierung und der französischen Regierung finanziert. 2021 steht ihm ein Jahresbudget von 2,4 Millionen Euro zur Verfügung.
 

Positive Zwischenbilanz

Obwohl der Bürgerfonds mitten in der ersten Welle der Corona-Pandemie gestartet ist und Reise- und Kontaktbeschränkungen seit Monaten den grenzüberschreitenden Austausch erschweren, zieht das neue Förderinstrument eine positive Zwischenbilanz: In den 8,5 Monaten seit seiner Gründung konnte der Bürgerfonds bereits 109 Projekte unterstützen.

Der Bürgerfonds war von Anfang an als besonders niedrigschwelliges Förderinstrument gedacht, um engagierte Menschen effizient zu unterstützen und auch neue Akteure zu gewinnen. So konnten wir eine große Bandbreite von Formaten und Themen fördern, die auch in Zeiten von Corona gut umsetzbar waren – Videokonferenzen, Podcasts, Online-Plattformen und -Workshops oder virtuelle Kunstausstellungen. Dank der flexiblen Ausrichtung des Bürgerfonds, des Einsatzes des Teams und vor allem der Kreativität und Motivation der Projektträger ist es gelungen, die deutsch-französischen Beziehungen in der Zivilgesellschaft aufrechtzuerhalten und zu stärken“, erklärt Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
 

Große Projektvielfalt

Um die verschiedenen Bedürfnisse von Projektträgern abzudecken, fördert der Bürgerfonds in 4 Kategorien – von kleineren Finanzspritzen bis zu großen Summen.

Von April bis Dezember 2020 waren das …

  • 45 Projekte in Kategorie 1 (Fördersumme bis 5.000 €), z. B.Online-Seminare zu Themen wie nachhaltige Landwirtschaft oder Open Government, Städtepartnerschafts-Adventskalender, ein Podcast, Musikprojekte oder digitale Sprach-Workshops, …
  • 32 Projekte in Kategorie 2 (Fördersumme bis 10.000 €), z. B. digitale Kunstausstellungen, Online-Plattformen oder -Konferenzen, …
  • 32 Projekte in Kategorie 3 (Fördersumme bis 50.000 €), z. B. ein Familien-Film-Projekt, ein Bürgerrat für die Grenzregion oder Austausche von Fachkräften der Sozialarbeit, …
  • In Kategorie 4 werden besonders herausragende Projekte mit mehr als 50.000 € gefördert. 8 Anträge für 2021 liegen bereits vor.
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