Engagement in der Grenzregion: „Die deutsch-französischen Beziehungen zwischen Bürger*innen beider Länder sind krisenfest“

18.02.2021

PRESSEMELDUNG, 18. Februar 2021 - Berlin / Paris

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Allerorts in Europa werden derzeit Maßnahmen getroffen, um Grenzkontrollen zu verstärken und die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Deutschland und Frankreich stimmen sich eng ab, um eine Schließung der Grenzen wie im Frühjahr 2020 möglichst zu vermeiden. Währenddessen zeigen zahlreiche positive Initiativen aus der Zivilgesellschaft, dass Austausch über die Grenze hinweg trotz erschwerter Rahmenbedingungen wichtig und möglich ist: Unterstützt werden sie vom Deutsch-Französischen Bürgerfonds, der mitten in der ersten Welle der Coronakrise gestartet ist.
 

Enge Verbindungen in der Grenzregion

Seit seinem Start im April 2020 hat der Bürgerfonds in ganz Deutschland und Frankreich über 200 Förderanträge bewilligt, von denen 87 Projekte das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie die Region Grand Est betreffen*, wie zum Beispiel:

  • Seit Dezember 2020 trifft sich regelmäßig ein deutsch-französischer Bürgerrat: Ausgehend von der Coronakrise und ihren Auswirkungen auf ihren Alltag, entwickeln Menschen aus der Grenzregion Ideen für eine bessere Zusammenarbeit, die sie im Ap-ril an politische Entscheidungsträger*innen in Baden-Württemberg und Grand Est übergeben werden. Der Bürgerfonds fördert den Bürgerrat als Leuchtturmprojekt mit über 50.000 €.
  • In kleinerem Rahmen organisierte der Conseil départemental du Haut-Rhin zum Deutsch-Französischen Tag (22. Januar 2021) eine Online-Diskussion, bei der Bürger*innen beider Länder Zukunftsvisionen für die Region Oberrhein entwarfen und u. a. über Landwirtschaft, Ernährung, Stadtplanung oder Verkehr diskutierten.
  • Das grenzüberschreitende FestivalPerspectives“ wird in diesem Jahr ebenfalls als Leuchtturmprojekt unterstützt: Die Organisatorinnen planen verschiedene Szenarien, um das Festival in 2021 corona-konform durchzuführen und Saarland und die Moselle mit Tanz, Theater und Zirkus zu verbinden.
  • Die Feuerwehren in Gersweiler und Saint-Julien-les-Metz, die auch im Alltag eng zusammenarbeiten, nahmen den Deutsch-Französischen Tag zum Anlass, um sich digital über Geschlechtergerechtigkeit und Freiwilligenmanagement auszutauschen.
  • Biologische Lebensmittel aus der Region – aber aus dem anderen Land? Dafür setzen sich in Mittelbaden und im Département Bas-Rhin Menschen ein, die diese Lebensmittel erzeugen, verarbeiten und vermarkten. Sie möchten sich enger vernetzen und die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Grenzregion verstärken, um die steigende Nachfrage bedienen zu können und gemeinsam Ideen zu entwickeln.
  • Eines der ersten Projekte, die der Bürgerfonds unterstützt hat, war im Juni etwa ein Workshop zum Thema „Open Government & Open Data in der Grenzregion“: Wie können z. B. Sprachbarrieren überwinden werden, um Informationen auszutauschen?

*Projektort, Ort des Projektträgers, Ort des Projektpartners in Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Grand Est
 

Kreativität, Resilienz und der Umstieg aufs Digitale

Und obwohl physische Reisen und Begegnungen seit fast einem Jahr schwierig oder gar unmöglich sind, halten zahlreiche weitere Projekte aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Grand Est die Verbindung zum Nachbarland aufrecht:

Städtepartnerschaften organisieren Sprachkurse, Online-Dinner oder -Konferenzen und erstellen Magazine oder Kochbücher; digitale Tanz-, Musik- und Theater-Workshops nutzen die Kraft der Kultur, um trotz Distanz miteinander kreativ zu sein. Auch der Fachkräfteaustausch zu Themen wie „Berufliche Eingliederung von Geflüchteten“, „Stiftungslandschaft dies- und jenseits des Rheins“, „Umweltschutz vor Ort“ oder „Generationsübergreifender Dialog“ findet dank technischer Möglichkeiten und der Entschlossenheit engagierter Projektträger statt.

Wir sind sehr froh, mit dem Bürgerfonds gerade jetzt einen Beitrag dazu leisten zu können, die deutsch-französische Freundschaft zu stärken:

Persönliche Begegnungen und geteilte Erlebnisse, die normalerweise grenzüberschreitende Beziehungen begründen und festigen, sind seit Monaten nur digital möglich. Trotzdem zeigen die Projektvielfalt und das ungebrochene Interesse an den Fördermöglichkeiten des Bürgerfonds: Die deutsch-französischen Beziehungen zwischen Bür-ger*innen beider Länder sind krisenfest“, so Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
 

Pressekontakt

Für Reportagen oder Interviews mit Projektträgern aus Ihrer Region und dem Bürgerfonds, wenden Sie sich gerne an: Johanna Haag | haag@buergerfonds.eu | +336 21 24 58 61
 

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen. Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen.

Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und wird zu gleichen Teilen von der Bundesre-gierung und der französischen Regierung finanziert. 2021 steht ihm ein Jahresbudget von 2,4 Millionen Euro zur Verfügung.